History is herstory, too
Viele extreme Emanzen begeben sich daraufhin zum Frisör mit der Bitte “Machen Sie mich Unisex.”. Tragen Nadelstreifenanzüge und machen auf rücksichtslos. Oder tragen weite Pullis und Hosen, trinken ihre Kollegen unter den Tisch und wirken ungepflegt. Sind unabhängig wie Sau.
Alles, was figurbetont und freundlich ist, wirkt auf die ein bisschen schlampig. Das ist nicht so, weil sie ihr Auftreten so mögen. Sie wollen so für voll genommen werden.
Timothy Leary
Für den Fall, dass sie mit dieser Methode Anerkennung gewinnen, dann war das für ein Wesen, zu dem sie sich gemacht haben. Nicht für eine Frau als vollwertige Person, sondern für jemanden, der so tut, als wäre er ein Mann.
Dann gibt es noch die “normale” Emanzipation. In der Frauen einfach nur gleiche Aussichten möchten. Gleiche Möglichkeiten, gleiche Behandlung, gleiche Bezahlung.
should not be the arrangement of your chromosomes.
Bella Abzug
Sicherlich gibt es auch da Grenzen. Eine Frau – im Gegensatz zum Mann – kann nun mal schwanger werden. Und wenn sie sich um ihr Kind kümmern möchte, kann es sein, dass sie ein, zwei Jahre weg vom Fenster ist. In Berufen, in denen man sich ständig auf dem neusten Stand halten muss, kann das problematisch werden.
Wir leben nicht im Kommunismus. Es ist nicht so einfach möglich, jemanden mit geringeren Fähigkeiten gleiche Aussichten zu verschaffen. Eine Frau, die Karriere möchte, hat also die Wahl: Kita oder Kinderlos bleiben. Oder sie bekommt die ersten Schritte ihres Kindes mit und verzichtet auf die große Karriere.
Männer müssen sich nicht in dieser Weise entscheiden. Ob das gemein ist? Ja, sicher.
Deshalb gibt es noch einen dritten Gedanken, wie sich frau verhalten kann:
Instead of getting hard ourselves and trying to compete,
women should try and give their best qualities to men
– bring them softness, teach them how to cry.
Joan Baez
Versucht nicht, gleich zu sein, sondern profitiert von der Unterschiedlichkeit und genießt eure Vielfalt. Schöner Gedanke. Liebevoll sein, kochen, sich kümmern und trösten, weinen, Verständnis haben und lieben. Unterschiede sehen, ohne sie zu bewerten mit “stark” oder “schwach”. Stärke zeigt sich nicht nur in Kraft.
Emanzipation ist gar nicht so einfach.
(Mai 2010)
Die Bilder stammen allesamt von pixelio.de
Das Bild von den beiden Schuhen stammt von wrw, die Chartanalyse von goenz und das Baby von melti. Danke für’s Zur-Verfügung-Stellen!
Jo, das is wohl wahr. Wenn die Leute – ganz allgemein – den Mist auch Leben müssten, den die verzapfen, wärs einfacher.
Doch so einfach ist es nicht. Weil ein Großteil nun mal nicht in den eigenen Händen liegt, sondern die Bestimmung über das eigene Leben nur zu einem kleinen Teil von einem selbst gelenkt wird. Fremdbestimmung in der Kindheit, der Schule, im Beruf, und auch bis weit ins Privatleben hinein.
Doch zu zeigst mit dem Text, dass du den Sinn verstanden hast. Wenn die anderen dir folgen (im Begreifen!), dann könnte iwann vielleicht wirklich noch mal was gutes und wunderbares werden mit dem gemeinsamen Leben.