Interesse
Langsam komme ich dem Abitur näher. Was danach kommt, ob Ausbildung oder Studium, das ist… wichtig.
Bisher habe ich kaum Entscheidungen getroffen, die irreversibel und wirklich wichtig waren. Okay, ich habe Französisch statt Latein genommen. Ich habe meine Leistungskurse gewählt. Ich bin zur letzten Bundestagswahl gegangen. Trotzdem habe ich das Gefühl, diese Entscheidungen haben die Möglichkeiten für mein restliches Leben nicht drastisch eingeschränkt.
Für ein Praktikum in der Schweiz habe ich zum ersten mal meinen Lebenslauf formuliert. Ich merke, wie wenig ich in meinem Leben darauf hingearbeitet habe, qualifiziert zu wirken. Ich meine, kochen, singen, malen, tanzen… das klingt, als käme ich frisch von der Waldorfschule. Wenig knallharte Qualifikationen und Kenntnisse, dafür tonnenweise Plüsch. Da könnte ich glatt noch eine Teilnehmerurkunde vom Kinderschwimmen dranheften…
Letztenendes bin ich aber doch ganz zufrieden. Ich habe erstaunlich viel gefunden, dass mich qualifiziert, ohne, dass ich je darüber nachgedacht hatte. Austausche, AGs, Arbeiten und Kurse, die ich aus Interesse besucht habe, aber die jetzt wichtig werden.
Wenn das Interesse, dass mich bisher geleitet hat, nicht nur Zeitverschwendung war, wenn ich es damit irgendwohin gebracht habe – vielleicht habe ich ja dann ein Chance, einen Beruf zu finden, der mich ein Stück weit mit Freude an meinen Schreibtisch zieht.